• LEBENDIGsein •
An diesem Morgen klingelt kein Wecker. Sie blickt aus ihrem Bett in den Himmel. Durch die Wolken hindurch blendet die Sonne die müden Augen. Der Mittag ist noch nicht angebrochen. Was würde der Tag bringen? Was sie empfand, war ein Gefühl, dass ihr neu war. Alles hatte so viel versprechend begonnen. Was ist passiert? Sie traf ihn und die Zeit stand still. Die Musik klingt noch deutlich nach. Während sie gemeinsam auf dem Bett lagen- sich einfach nur ansahen, festhielten- da erklangen die wunderbarsten Melodien, die je ein Mensch auf dieser Welt komponiert hatte. Sie gehörten ihnen: die Musik, der Augenblick, das Glück. Sie schritten gemeinsam durch die Wälder. Ruhelos. Sie erzählte- berührt, begeistert- von all den kleinen, großartigen Dingen in dieser Welt. Er lächelte. Was ist nur passiert? Der Moment glitt ihnen aus den Händen. Während sie darauf wartete, mit ihm die weite Welt zu erobern, kehrte er zurück in seine eigene Welt- eine einsame Welt, in der es für sie keinen Platz gibt. Dieser Morgen gibt noch keinen Grund her aufzustehen. Ihre Augen sind geschlossen. Sie weint geräuschlos vor sich hin. Auf der Suche nach einem Platz in der Welt, hatte sie sich in der Liebe verloren. Sie wusste nichts mehr- sie hatte alles vergessen. In den Momenten ohne ihn fühlt sie sich allein, in den Momenten mit ihm traurig. Er hatte ihr nicht nur einfach den Kopf verdreht, sondern das Gefühl gegeben, alles gefunden zu haben, wonach sie immer gesucht hatte- ein diffuses Gefühl, dass alles richtig ist. Das war ihr Gefühl! Es war nicht sein Gefühl! Sie liebte die Tragik bis die Tragik in ihre Liebe hinein brach. Sie hatte gerade begonnen zu lieben- die scheinbare Auslieferung an das große Glück der Welt. Sie ist verletzlicher wie nie zuvor. Keine Frucht. Keine Wut. Keine Fehler. Nur das deutliche Gefühl, dass die Dinge ihr entglitten sind.
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Tags: Gefühl, Glück, Liebe, Moment, Morgen, Musik, Welt


Name: Alexandra Reinig


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